Leben

Was ist Hypnose?

In unserem täglichen Leben sind wir oft von einer Tätigkeit oder einer Sache so in Anspruch genommen, dass wir darin ganz versunken sind und keine Notiz mehr von dem nehmen, was um uns herum geschieht und trotzdem reagieren könnten, wenn plötzlich etwas Unvorhergesenenes passieren würde. Unsere Aufmerksamkeit ist fokussiert und wir merken gar nicht, wie die Zeit vergeht. Alles, was unsere Aufmerksamkeit festhält, könnte man schon eine Art Hypnose nennen. Denken Sie nur daran, wenn Sie einem Kind beim spielen zuschauen, im Kino einen spannenden Film sehen, in ein Buch versinken oder mit dem Auto lange Zeit auf der Autobahn unterwegs sind.

Bin ich in einer Hypnose "weg"?

Viele Menschen haben die Vorstellung, dass man in der Hypnose „irgendwie weg“ ist, nichts mitbekommt. Das ist nicht so. Die Hypnose ähnelt dem Zustand zwischen Wachsein und Schlafen. Der Hypnotisierte empfindet meist eine tiefe körperliche und geistige Entspannung. Manchmal fühlt man sich hypnotisiert, manchmal fühlt es sich an, als wäre man gar nicht in Hypnose. Manchmal fühlt sich auch ein tiefer Hypnosezustand nicht anders an als eine normale Entspannung, z.B. nach dem Fitnesskurs. Hypnose ist kein Schlaf, keine Koma und keine Anästhesie. Das wäre kontraproduktiv. Es ist eine besondere Möglichkeit mit dem Patienten zu kommunizieren, denn sein Geist ist fokussiert und aufmerksam. Während der gesamten Sitzung erkennt der Hypnotiseur und stellt sicher, dass Sie in Hypnose sind.

Was geschieht in der Hypnose?

In Hypnose nimmt man alles wahr, was um einen herum geschieht. Man hört die Stimme des Hypnotiseurs und antwortet ihm. Es ist eine Kommunikation mit dem Unterbewusstsein, sozusagen mit dem "Direktor". Antworten kommen spontan "aus dem Bauch" heraus.

Sie ist deshalb so erfolgreich, weil der blockierende, kritische Verstand umgangen wird. In einem entspannten Zustand kann man mit Hilfe des Unterbewusstseins neue Wege erkunden.

Bin ich überhaupt hypnotisierbar?

Generell ist jeder geistig gesunde Mensch hypnotisierbar, wenn er es selbst möchte und dem Hypnotiseur vertraut. Eine gewisse Vobereitung und ein "sich einlassen" sind hilfreich. Folgt man den Worten des Hypnotiseurs, lässt man einfach geschehen und beobachtet. Ohne darüber nachzudenken, öffnet sich der Zugang zum Unterbewusstsein.

Wodurch kann ich verhindern in Hypnose zu gelangen?

Die Hypnose kann man ganz einfach sabotieren: Wenn man nicht hypnotisiert sein will, dann wird man es auch nicht sein.

Macht Hypnose willenlos?

Nein. Während der Hypnose ist man nicht willenlos, sondern vollkommen auf eigenes inneres Erleben, auf eigene innere Wünsche, Bedürfnisse und Ziele konzentriert.

Sobald Suggestionen gegen die eigenen Grundprinzipien, gegen den eigenen Willen oder einfach entgegen den Zielen sind, welche man im Vorgespräch vereinbart hat, merkt man das sofort und sträubt sich dagegen. Auch im tiefsten Trancezustand werden lediglich die Suggestionen befolgt, die im Einklang mit dem eigenen Wertesystem stehen. Suggestionen, die persönlichkeitsfremd sind, werden nicht ausgeführt. In und durch die Hypnose wird man nichts tun, was man nicht auch ohne Hypnose tun würde.

Kann es passieren, dass ich nicht mehr aufwache?

Nein, das kann nicht passieren. Auch wenn man nicht aus der Hypnose wieder heraus geführt werden würde, weil z. B. dem Hypnotiseur etwas passiert wäre, dann würde man nach einiger Zeit von ganz allein "erwachen" und in den normalen Bewusstseinszustand gelangen. Die meisten sagen jedoch, sie wären sehr gern noch viel länger in dem angenehmen Trancezustand geblieben, weil es sich so an wunderbar angefühlt hat.

Kann ich nach der Sitzung selbst Auto fahren oder Termine wahrnehmen?

Ja, das kann man. Wunderbar entspannt, ausgeruht und voller Elan. Die meisten Menschen spüren jedoch den Wunsch, nach der Sitzung noch ein wenig bei sich zu sein, sich Ruhe zu gönnen und ihren Gedanken nachzuhängen. Viele berichten von einem wunderbaren Schlaf in den Nächten nach der Sitzung.

Wann darf Hypnose nicht angewendet werden?

Bei Herzerkrankungen, nach Herzinfarkt oder Schlaganfall, Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch, akuter Suizidalität, geistigen Behinderungen, schweren psychischen Erkrankungen, wie z.B. Persönlichkeitsstörungen, Schizophrenie, Psychosen, Epilepsie.